Sehr geehrte Damen und Herren!
Ich stehe hier – viele werden verwundert sein –
der Grund ist: ich bin der Jüngste vom Verein.
Meine Glückwünsche möchte ich überbringen
für fünfundsiebzig Jahre erfolgreiches Singen.
So wie ich hier stehe, behaupt´ ich mal eben,
werd´ ich als einziger die nächsten 75 überleben.
So freut es mich auch ungemein,
vom SGV Freundschaft der Jüngste zu sein!
Im Verein war´s immer schon Tradition,
dass der Vater einst mitbringt seinen Sohn.
Bei uns hat dies meine kluge Mutter gemacht
und die hat sich dabei auch was gedacht.
Denn seit ich im Boot bin, freitags beim Singen,
kann ich meinen Vater pünktlich heim bringen.
Drum sieht er nicht immer den Vorteil ein,
Vater vom jüngsten Sänger zu sein.
Man hat mich als Benjamin aufgenommen,
so hat der Sopran Unterstützung bekommen.
Man wollte mich nicht wegen der Stimme allein,
durch mich sank der Altersdurchschnitt im Verein!
Das ist mir ganz ohne Probleme gelungen,
auch hab ich mich schnell in die Herzen gesungen.
Sicher stimmt Ihr mit mir überein:
Es ist schön vom Verein der Jüngste zu sein!
Nun dachte man, mein Ziel im Chor sei erreicht,
doch bald kam der Aufstieg, für mich kinderleicht.
Einfacher Chorknabe blieb ich nicht länger,
denn jetzt bin ich schon Solosänger.
Wenn´s weiter so geht, schnell und famos,
ist der Herr Schneider bald arbeitslos.
Es ist einfach toll, in diesem Verein
ganz konkurrenzlos der Jüngste zu sein.
Freitags, zur Singstund´, genieß ich mein Leben,
weil jeder Sangesfreund will mir einen ausgeben.
Die Männer besorgen mir was gegen den Durst,
die Frauen, fürsorglich, spendieren ´ne Wurst.
So wünsche ich mir oftmals sehr,
dass jeder Tag ein Freitag wär.
Früher wollte ich immer älter sein,
jetzt bin ich gern der Jüngste vom Verein.
Der SGV lebt nicht durch den Gesang allein
viel Arbeit muss auch stets bewältigt sein.
Unser Chef, der Kurt Heck, sucht händeringend
bei jedem Fest die Helfer ganz dringend.
Am End´ ist komplett dann die Helfer-List´
nur ich, ich muss leider passen –
weil Kinderarbeit verboten ist!
Drum kann ich mich weiter des Lebens erfreun,
denn ich bin der Jüngste in unserm Verein.
Der Freundschaft wünsch´ ich Mut und Kraft,
besonders der AH-Mannschaft,
doch auch die Damen, lieb und fein,
sollen immer stimmlich sein.
Dem Dirigent wünsch ich Humor,
das bekommt dem ganzen Chor,
unserem Vorstand stets Elan,
damit er weiter schaffen kann,
den Anwesenden schöne Stunden -
bleibt uns weiterhin verbunden
und seid noch oftmals uns´re Gäste
beim einen oder and´ren Feste.
Das wünscht Euch, wie könnt´s anders sein –
der Jüngste vom Siedler-Gesangverein!
Meine Eltern gehen auch beide eifrig zum Singen,
waren hocherfreut, mich mitzubringen.
Denn außer der Kunst, gibt es noch einen Part,
und der ist rein finanzieller Art.
Seit ich mit ihnen zur Singstunde fahre
können sie´s Geld für die Kinderfrau spare´.
